Die Leobener Blaumützen auf neuen Pfaden.

Im Gemeindegebiet von Sexten, dem Dorf der drei Zinnen, fand vom 6. - 20.7. das heurige internationale Sommer-Arbeitslager der Leobener Blaumützen statt. (5 österreichische, 4 polnische, 5 ungarische Jugendliche). In luftiger Höhe von 1923 m über Normal war auf der Rotwandwiesen Hütte das Basislager. Von dort ging es jeden Morgen in einem etwa ¾ stündigen Marsch auf schmalem Pfad über Stock und Stein und unzählige Wurzeln aufwärts zur Arbeitsstelle des Projektes auf der Anderter Alpe, wobei ca. 250 Höhenmeter zu überwinden waren.

             

Das Projekt, umsichtig geplant und energisch vorangetrieben von Rudi Egarter vom Verein Bellum aquilarum und von Bürgermeister Fritz Egarter sieht die Sicherung und Konservierung der – oft sogar in der hölzernen Ausrüstung – erstaunlich gut erhaltenen Relikte aus dem Ersten Weltkrieg vor. Im Gebiet der Rotwand bei Sexten fanden mit die heftigsten Kämpfe der Dolomitenfront statt. Vorderhand sollen ehemalige österrreichische Stellungen konserviert und durch Wanderwege – die Friedenswege – miteinander verbunden werden.

                                      

Die heuer erbrachte Leistung der Gruppe – 5 Jugendliche aus Leoben, 5 aus Ungarn und 4 aus Polen, dazu Paolo, Pietro und natürlich immer wieder der Organisator und Leiter ‚Rudl’ kann sich sehen lassen. Als Aufwärmung sozusagen diente die Reinigung einer Kaverne, die in der Folge auch als Unterstand bei Regen diente. Dann wurden einige hundert Meter Weg nach der Beseitigung von Latschenkiefern und sonstiger Vegetation sowie von z.T. großkalibrigen Steinen neu beschottert, Trockenmauern, die als Splitterschutz dienten, wurden ebenfalls von Vegetation befreit und schließlich grub man noch einen mit Geröll gefüllten Schützengraben wieder aus; und dabei immer die herrlichen Dolomiten Berge vor Augen

                         

Wer arbeitet, muss auch essen. Eine ¾ Stunde Anmarsch und dann zum Mittagessen zurück? Nein! In einem vom Bundesheer zur Verfügung gestellten Thermosbehälter wurde das vom Hüttenwirt Norbert Tschurtschenthaler immer ausgezeichnet zubereitete Essen von Angestellten der Seilbahngesellschaft Rotwand auf einer Kraxe zur Arbeitsstelle getragen. Ein in einiger Entfernung vorbei fließender quellklarer Bach lieferte die begleitende Flüssigkeit.

Wie immer wurden die TeilnehmerInnen an den Wochenenden oder auch nach Arbeitsschluss um 17 Uhr mit Ausflügen belohnt. Eine geplante alpine Wanderung zum Gipfel der Rotwand musste wegen Regen leider entfallen. Statt dessen wurden mehrere kleinere Wanderungen durchgeführt. Außerdem besuchte man eine Schaukäserei in Toblach, eine Latschenkieferöl Destille in Kiens und ein ehemaliges Kupferbergwerk in Prettau, wobei der der Destille angeschlossene große Kräutergarten besonderes Interesse weckte.

                    

Ebenfalls mit Privat PKW und dem Kleinbus des Rot-Kreuz Stützpunktes Leoben ging es ein andermal nach Innsbruck, vorbei an der Berg Isel Schanze. Innsbruck mit den Schwarzmandern dem Goldenen Dacherl, dem Gang durch die Innenstadt und einer Fiakerfahrt als ‚Schmankerl’ erwies sich ebenso als ein Hit wie Bozen mit der Laubengasse, dem Obstmarkt und dem Ötzi Museum. Ein Besuch des Museums in Sexten mit eindrucksvollen Exponaten zur lokalen Geschichte des Ersten Weltkrieges und die mit Hilfe von Taschenlampen durchgeführte Erkundung des Festungswerkes Mitterberg – das einzige aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg mit Panzerkuppeln erhaltene Werk - rundeten das Besuchsprogramm ab.         

Trotz gelegentlichen Regenwetters war die Stimmung vom ersten bis zum letzten Tag hervorragend. Alle TeilnehmerInnen erklärten, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen.

                

 

Finanziell unterstützt wurde das Projekt von Heinemann Oil, der Stadtgemeinde Leoben und der Raiffeisenkasse Trofaiach-Leoben.

                                                                                                                                                                                                      Eugen Lang