Bildungsreise von Neuem Gymnasium und den Blaumützen nach Polen

Am 16.9. frühmorgens brachen Schülerinnen und Schüler aus 6c und 6a Klasse des Neuen Gymnasiums unter der Leitung von Mag. Elfriede Grauer (Neues Gymnasium) und Mag. Eugen Lang (Leobener Blaumützen) in Richtung Polen auf. Ziel war Tychy (früher Tichau) in Oberschlesien (Slaska), wo Schülerinnen und Schüler der Kontaktschule C.K. Norwida und die polnischen Lehrerinnen Barbara Gajda und Natalie Nowak schon ungeduldig warteten. Genau wie im Frühjahr beim Besuch der polnischen Schulklasse in Leoben wohnten die TeilnehmerInnen bei Gastfamilien, was die Reise nicht nur entscheidend verbilligte, sondern das gegenseitige kennen Lernen und das Abbauen von Vorurteilen entscheidend förderte; so erfreute sich das kräftige polnische Frühstück vor allem bei den Jungmännern schnell großer Beliebtheit. Der oft noch wenig komfortable Lebensstandart im nachkommunistischen Polen wurde betroffen und rücksichtsvoll zur Kenntnis genommen.

Schwerpunkte der Bildungsreise waren Krakau, die frühere polnische Hauptstadt, später Hauptstadt von österreichisch Westgalizien, und die Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau. Ergänzende Ausflüge und Begegnungen rundeten das Programm ab. Der erste von vier erlebnisreichen und anstrengenden Tagen – polnische Schülerinnen und Schüler waren immer dabei - brachte zunächst einen Besuch des durch seine Salzskulpturen weltbekannten Salzbergwerkes in Wieliczka – auch Johannes Paul II steht dort schon in Salz gehauen. Die anschließende Suche nach Oskar Schindlers Fabrik in Krakau war erfolgreich und die Besichtigung aufregend. Im auf der anderen Seite der Weichsel gelegenen alten jüdischen Viertel Kazimierz besuchten die TeilnehmerInnen zum ersten mal in ihrem Leben eine Synagoge, die wieder zum Gottesdienst verwendet wird, und einen jüdischen Friedhof, der einige Fragen aufwarf.

Weiter ging es am nächsten Tag mit der Besichtigung von Schloss Pszczynie (Pless), dem dazu gehörenden englischen Garten und dem ebenso dazu gehörenden Jagdschloss der Fürsten von Pless – heute ein Fünf Sterne Hotel - , tief im Wald gelegen, in dem noch Wisente in freier Natur leben. In Schloss Pless befand sich im Ersten Weltkrieg das deutsche Hauptquartier für Krieg gegen Russland.

Auschwitz schließlich gewährte den sichtlich betroffenen Jugendlichen einen Blick in die Abgründe des nazistischen Terrors und Völkermordes. Ruhig und fragend gingen sie, geführt von Herrn Foks, von Block zu Block und durch das Gelände und die Baracken von Birkenau. An keinem Tag wurden so viele Fragen gestellt wie an diesem. Ein Erlebnis der besonderen Art war dann am Nachmittag der Besuch bei Frau Lewicki. Frau Lewicki ist eine Tochter des Komponisten Lewicki, der den ‚Pianisten’ Szpilman in Warschau vor den Nazis versteckt hat. In einem lebhaften Vortrag berichtete sie u.a., dass ihr Vater nicht nur Szpilman, sondern vielen anderen Menschen geholfen hat.

Der abschließende Tag war nach einem Empfang bei der Bürgermeisterin von Tychy ganz der Innenstadt von Krakau mit dem Burgberg, dem Wawel, mit dem Hauptplatz (Rynek) mit den Tuchhallen und der Marienkirche, mit der Königsstrasse, der Grodzka, gewidmet. Das im Stil italienischer Renaissance umgebaute alte Schloss mit seiner weltberühmten Sammlung kostbarster Gobelins und sonstigen Schätzen war bis 1596 Sitz der polnischen Könige und Krakau die Hauptstadt Polens. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Beim Abschied wurde deutlich, dass der Kontakt zu Gleichaltrigen neben dem Aspekt der Bildung das wesentliche Ergebnis dieser Reise war.

Auf der Rückreise machte man noch bei herrlichem Sonnenschein Station in Olmütz, der früheren Hauptstadt von Mähren, mit seinen alten Plätzen, auf denen man sich schlicht wohl fühlen muss.

                                                        Fotos vom Gegenbesuch in Polen

 

  Oskar Schindlers Fabrik in Krakau

    

                                                                                            

 

                                                                                                  

                                                                      

                                 Vor dem Schlosspark in Pless

                                               

                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Die Begleitlehrerinnen im Café Telemann                             

                                                        

 

 

                                                                 Häftlings Personalkarte

 

                             

                         Der Kugelfang von Block 11

                                                                                                                                               

 

                                      Die Toiletten Baracke                       

                                        

 

 

Zu Gast bei Frau Lewicki

                                                                 

             Nach dem Besuch des Wawel

 

 

 

Hauptplatz von Krakau mit Marienkirche

                                                 

 

                                          Der Abschied vor dem Schulgebäude