Das Friedhofsprojekt der Blaumützen in Redipuglia im dritten Jahr

Das dritte Jahr in Folge haben die Leobener Blaumützen – Freunde der Friedenswege unter Beteiligung von Jugendlichen aus Polen und Ungarn sowie von Erwachsenen aus Deutschland die Namenstafeln auf dem Österreichisch-Ungarischen Friedhof aus dem Ersten Weltkrieg in Redipuglia restauriert. Ein Projekt, das auch heuer wieder unterstützt wurde von der Stadtgemeinde Leoben, der Raiffeisenbank Trofaiach-Leoben, dem Schwarzen Kreuz Steiermark, dem Lions Club Leoben sowie vom Roten Kreuz Leoben (Kleinbus). Im kommenden Jahr ist anlässlich des Abschlusses der Arbeiten ein kleines Fest der Völker geplant, das gemeinsam von ProLoco Fogliano-Redipuglia und den Leobener Blaumützen ausgerichtet werden soll.

Nachdem ein Vorauskommando in einer knappen Woche den Eingang zu einer ungarischen Kaverne am Monte San Michele freigelegt hatte, begann das schon routinierte Team mit der weiteren Restaurierung der Namenstafeln.

Die bewährte Tageseinteilung, vormittags Arbeit, nachmittags Ausflüge, wurde auch dieses Jahr beibehalten. Dabei waren neben Cividale, Aquileia, Grado. Görz, Venedig und Triest absolute Höhepunkte zwei Wanderungen durch ehemalige Kriegsgebiete; beide in Slowenien gelegen. Der Ausflug nach Flitsch (heute Bovec) bzw. zur Flitscher Klause gab Gelegenheit, ein altes österreichisches Festungswerk (Werk Hermann) zu besichtigen und zu studieren. Ein besonderes Erlebnis war auch die Wanderung durch einen zum Teil eingestürzten 800 m langen italienischen Tunnel – und dann die Suche nach dem Ausgang – sowie der anschließende Gang durch eine vierstöckige österreichische Kaverne im Gebiet des Vodice. Alles natürlich unter der Leitung von sachkundigen Führern (Roberto Todero, Paolo Polanzi).

Daneben war die Teilnahme an Festen und Umzügen (Cormons, Fogliano-Redipuglia), Turriaco) eine wesentliche Bereicherung und stärkte den Kontakt mit der Bevölkerung. U.a. nahmen einige Teilnehmer an einem Lauf teil, der für Blut- und Organspenden warb.. Unvergesslich auch die – für einige aktive - Teilnahme an der Veranstaltung Luci & ombre sul carso die eindrucksvoll die Schrecken des Krieges bewusst machte, inszeniert und durchgeführt von Roberto Todero. Dank gebührt wieder vielen, vor allem den Mitabeitern von ProLoco unter dem Präsidenten Dottore Alessio Bellotto, dem Organisator Franco Visintim , den Köchinnen Renata Zorzin und Regina Moimas, unterstützt von Marisa Visintim und dem unermüdlichen Helfer Albano Zorzin.

Das Anschlussprojekt nimmt auch schon Konturen an. Es soll versucht werden, alle Namen der Gefallenen in einem Suchprogramm ins Netz zu stellen, so dass man z.B. auch von London aus – von dort kam die am weitesten gereiste Besucherin während der Arbeiten – per Internet anfragen kann, ob ein bestimmter Mensch auf dem Friedhof begraben liegt. Dieses Projekt soll als Musterbeispiel für das Schwarze Kreuz dienen. Das Hauptproblem derweil: die häufig falsch geschriebenen Namen. An der Lösung wird gearbeitet.

Der Bekanntheitsgrad der ‚Blaumützen’ aus Leoben hat sich inzwischen in Redipuglia und Umgebung so gesteigert, dass eine komplette Reisegesellschaft von 45 Personen einmal die Heimat der ‚Blaumützen’ anschauen wollte. Der Besuch fand am Wochenende vom 23./24. September statt – Reiseleiter Franco Visintim - und wurde von den ‚Blaumützen’ Chrisstoph Fischer, Agata Marczak, und Ramela Skrijelj unter der Leitung von Mag. Eugen Lang betreut. . Er beinhaltete einen Besuch der Grazer Innenstadt, eine Stadtführung in Leoben (Frau Mag. Michaela Freitag vom Neuen Gymnasium), die am Mareckkai 42 , dem Sitz der ‚Blaumützen’ mit Kuchen und Getränken, endete, und einem Besuch des Freilichtmuseums in Stübing. Die Besucher waren begeistert und kündigten eine Wiederkehr im nächsten Jahr an.