Die Beendigung der Arbeiten auf dem Kriegsfriedhof in Fogliano-Redipuglia und das Fest am 21.7.2007

Am 21. Juli war es so weit. Nach vierjährigem Sommerlager waren die letzten 370 von insgesamt 2500 Namenstafeln auf dem Österreichisch-Ungarischen Kriegsfriedhof in Fogliano-Redipuglia fertig restauriert und das große internationale Abschlussfest konnte stattfinden. Das Projekt, an dem insgesamt 30 Jugendliche aus Österreich, Polen und Ungarn teilnahmen, war ein gemeinsames Projekt der ‚Leobener Blaumützen’, die die fachmännische Restaurierung besorgten und des Vereins ‚Pro Loco Fogliano-Redipuglia’, der für Unterkunft, Verpflegung und die Organisation der Ausflüge sorgte

Letzte Arbeiten

                                    

Bekanntheitsgrad und Wertschätzung der ‚Leobener Blaumützen’ waren eindrucksvoll erkennbar an den zahlreichen Einladungen zu Abendessen in diesem Jahr. So luden ein: Herr Tommaso Cosolo in den Ausschank seines großen Weingutes, die Bürgermeisterin von Sagrado, die Donatori Sanguine Fogliano-Redipuglia, die Associazione Culturale Mitteleuropa; die Alpini, der dortige Kameradschaftsbund, beendete diesen Reigen mit einem wahrhaft opulenten Festmahl.

                              

             Genesungswünsche für Renata                     Zu Gast in San Martino sul carso               Weitere Beratungen nach dem Essen

Auch in diesem Jahr – es nahmen heuer 19 Jugendliche und 5 Erwachsene teil – bewährte sich die Einteilung: Vormittags Arbeit, nachmittags und an freien Tagen Ausflüge. Absoluter Höhepunkt der diesjährigen Ausflüge war der Besuch der 3 Geheimsynagogen (deutsche, französische, italienische) aus dem 18. Jht. im Ghetto von Venedig. Eindrucksvollstes Detail aus der Führung in deutscher Sprache von Frau Roberto di Pol war die Feststellung, dass es in Venedig nie ein Pogrom gegeben habe. Auch am Ende des 2. Weltkrieges wurden nur die jüdischen Mitbürger nach Auschwitz verbracht und dort getötet, die sich in Krankenhäusern und Altersheimen befanden.

                               

                         In Aquileia                                       Vor dem Grabmal des Herzogs von Aosta                            In Cividale

Zu den Festakten in Kirche und Friedhof waren neben Militärdelegationen aus Italien, Österreich (Jägerbataillon 18 aus St. Michael), und Ungarn (Székesfehérvaár, Stulweißenburg), den verschiedenen Kameradschaftsverbänden und slowenischen Volksgruppen zahlreiche italienische Autoritäten und Ehrengäste aus Österreich angereist. Die Liste umfasst 40 Namen beginnend mit Herrn Mauro Piani, Bürgermeister von Fogliano-Redipuglia, Frau Dr. Sara Vito, Haushaltsreferentin der Provinz Görz, Dr. Fabio Gentile, Vizebürgermeister von Görz, Dr. Enio de Corte, Referent für internationale Beziehungen der Provinzverwaltung Udine. Aus Österreich wurden u.a. begrüßt Konsul Dr. Horst Schumi als Vertreter des Kärntner Landeshauptmannes Dr. Jörg Haider, der auch die von ihm in letzter Minute eingeholten Grüße des steirischen Landeshauptmannes Mag. Franz Voves überbrachte, Herr Stadtrat Harald Tischhardt mit Gattin, als Vertreter des Leobener Bürgermeisters Dr. Matthias Konrad, Herr Kommandant Oberstleutnant Manfred Hofer als Leiter der Militärdelegation aus St. Michael, Herr Ing. Otto Jaus als Vertreter des Zentralsekretariates des Schwarzen Kreuzes Österreich in Wien, Herr Vizeleutnant Peter Bärnthaler als Kurator des Schwarzen Kreuzes Steiermark und Kommandant der Traditionsgruppe K.u.K. Feldjägerbataillon Nr. 9 und als besonders gern gesehener Gast der ‚Blaumützen’ Herr Albin Cater, Direktor der Raiffeisenbank Trofaiach-Leoben, mit Gattin.

Aus Polen konnten begrüßt werden Frau Direktor Natalia Nowak und Frau Mag. Barbara Gajda vom Lyzeum C.K. Norwida in Tychy, aus Ungarn als Delegationsleiter Oberst Gorog Istvan aus Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) und die Damen und Herren Dr. Marta Font, Prorektorin der Universität Fünfkirchen (Pécs), Hauptdirektor Dr. Gabor Frank vom Valeria Koch Bildungszentrum in Fünfkirchen sowie Frau Lafferton-Tóth und Dr. Károly Tóth, ebenfalls aus Fünfkirchen.

Der Grazer Kameradschaftsbund, mit 53 Personen unter Leitung von Herrn Vizeleutnant Peter Bärnthaler schon am Freitag angereist, absolvierte am Freitag Nachmittag und Abend ein von Mag. Eugen Lang organisiertes Sonderprogramm.

Herr Stadtrat Harald Tischhardt übergab neben den Grüßen aus Leoben als Gastgeschenk des Leobener Bürgermeisters Dr. Matthias Konrad das neue ‚Leoben-Buch’ an den Bürgermeister Mauro Piani, der sich sichtlich freute (siehe Foto).

Zu den Zeremonien gehörten die Hl. Messe mit Fürbitten für den Frieden, der anschließenden Begrüßung durch den Präsidenten von Pro Loco Fogliano-Redipugli, Dottore Alessio Bellotto, Grußbotschaften von Ehrengästen und Dankesworten des Obmannes der ‚Leobener Blaumützen’, Mag. Eugen Lang. Dann der Marsch der zahlreichen bunten Gruppen zum Friedhof unter Begleitung der Musikkapelle ‚Stahlklang’ aus Ferlach und die Zeremonie vor und auf dem Friedhof mit Flaggenhissen, Abspielen der Nationalhymnen, Segnung des Friedhofs, Kranzniederlegung, das Lied vom guten Kameraden, Aufzählung der europäischen Regionen, aus denen die Gefallenen stammten (25!) und Zapfenstreich.

Tief beeindruckt verließen alle TelnehmerInnen schließlich den Friedhof.

Das Schwarze Kreuz Österreich bedankte sich bei den eifrigen italienischen Helfern durch die Verleihung von Auszeichnungen durch die Hand von Herrn Ing. Otto Jaus. Die Jugendlichen erhielten durch die Hand des Obmannes Mag. Eugen Lang silberne und goldene Nadeln nebst Urkunde als Zeichen der Anerkennung ihrer Leistung durch das Schwarze Kreuz. Aus Leoben erhielten die Auszeichnung Christoph Fischer, Kerstin Gradauer, Agata Marczak, Ramela Skrijelj, Philipp Studnicka und Stefan Wedrac. Mag. Eugen Lang selber erhielt die goldene Ehrennadel der Associazion Culturale Mitteleuropa. Nach eigenem Bekunden freute er sich darüber hinaus am meisten über das ihm und seinem Freund Dottore Alessio Bellotto im Namen des Bürgermeisters von Székesfehérvár – viele Bürger von dort liegen auf dem Friedhof - überreichte Dankschreiben in ungarischer, italienischer und deutscher Sprache und über die spontane Umarmung durch Bürgermeister Mauro Piano nach seiner Dankesrede in der Kirche.